Tausende am Basler „March against Monsanto & Syngenta“

Medienmitteilung, 21. Mai 2016, 18 Uhr

Am zweiten „March against Monsanto & Syngenta“ in Basel demonstrierten heute tausende friedlich gegen die Geschäftspraxis der Agromultis. Der bunte Protestmarsch forderte vor den Toren der Syngenta ein nachhaltiges Landwirtschaftsmodell ohne Pestizide, Agrogentechnik und Saatgutpatente. Basel setzt damit auch ein Zeichen gegen die derzeitige Fusionswelle im Agrarsektor.

Rund 2000 vorwiegend junge Monsanto- und Syngenta-Gegnerinnen und -Gegner aus der Deutschschweiz, Südbaden und dem Elsass versammelten sich am Samstagnachmittag zum Basler „March against Monsanto & Syngenta“ und forderten einen Stopp von Pestiziden, gentechnisch verändertem Saatgut und der Patentierung von Saatgut durch die Agromultis.

Die Basler Biologin Florianne Koechlin wandte sich an die Teilnehmerinnen und Teilnehmer: „Diese Monokultur-Landwirtschaft, diesen immensen Ressourcenverschleiss können wir uns schlicht nicht mehr leisten.“

Der Demonstrationszug durch die Basler Innenstadt vor den Hauptsitz von Syngenta wurde von verschiedenen Musikergruppen begleitet. Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten sich als Bienen verkleidet, um auf die Mitverantwortung von Syngenta für das Bienensterben hinzuweisen. „Neonicotinoide von Syngenta & Co bedrohen nicht nur Bienen, sondern auch Schmetterlinge, Vögel und viele andere Tiere – das zeigen laufend neue Studien“, betonte Koechlin.

Der diesjährige „March“ stand auch im Zeichen der geplanten Übernahme von Syngenta durch den chinesischen Staatskonzern ChemChina. Die Demonstration richtete sich gegen den damit verbundenen geplanten grossflächigen Anbau von gentechnisch veränderten Kulturpflanzen in China, den Verlust an Transparenz, sowie die zunehmende Marktkonzentration im Agrarsektor.

Ulrike Minkner, Vize-Präsident der Bauerngewerkschaft Uniterre, sprach vor dem Syngenta–Hauptsitz: „Wir sehen der Übernahme durch ChemChina besorgt entgegen. Damit geht ein Konzentrationsprozess weiter, der es der Zivilgesellschaft immer schwieriger macht, soziale oder ökologische Anliegen einzubringen.“

Der Basler „March“ wurde von mehr als 50 Organisationen unterstützt, darunter Basler Linksparteien, Grüne, Gewerkschaften und zahlreiche zivilgesellschaftliche Organisationen.

Während weltweit Hunderttausende in mehr als 400 Städten gegen Monsanto demonstrierten, betonten die Rednerinnen und Redner in Basel, dass sich Syngenta kaum von Monsanto unterscheide.

Zoë Roth vom Organisationskomitee zieht eine positive Bilanz. „Es gibt immer mehr Menschen auch in der Schweiz und im Dreiländereck, die nicht tolerieren wollen, dass Monsanto und Syngenta ihr Profitstreben über die ökologischen und sozialen Anliegen in der Weltlandwirtschaft stellen.“

 
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